Ganztägige Abschlussübung der Feuerwehr Plaidt: Ein Verkehrsunfall und ein Feuer in einer Schreinerei waren zu bewältigen

PLAIDT. Ein Mammutprogramm hatten die Organisatoren der Feuerwehr Plaidt für die Jahresabschlussübung am 31. Oktober 2020 auf die Beine gestellt. Zehn Stunden lang hielten sie die Mannschaft des Löschzuges auf Trab. Neben mehreren Unterweisungen wurden auch zwei schwierige Übungseinsätze absolviert.

Auch um die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, wurden mehrere Kleingruppen gebildet, die dann abwechselnd die Stationen durchlaufen mussten. So gab es eine Erste-Hilfe-Schulung, in der die Anwendung eines „automatisierten externen Defibrillators“ (AED) trainiert wurde. Auf dem Übungsgelände zeigten die Ausbilder den sicheren Umgang mit Motorkettensäge, -trennjäger und Säbelsäge. Mehrgasmessgerät und Wärmebildkamera waren Thema der dritten Station in der Fahrzeughalle. Im Schulungsraum wurden die Feuerwehrfrauen und -männer zum Verhalten im Straßenverkehr bei Einsatzfahrten oder auf dem Weg zum Gerätehaus unterwiesen.

Übungspuppe reanimiert

Ein Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten war das erste Übungsszenario.

Spannend wurde es aber vor allem in den Pausen zwischen den Stationen. Denn die Übungsleiter Dirk Schwindenhammer, Lukas Bonn und Christian Haas spielten Übungseinsätze ein, auf die dann schnell reagiert werden musste. Zum ersten Mal ertönten die Piepser der Feuerwehrleute gegen 10 Uhr. Ein PKW hatte im Bereich des Freibades ein Traktorgespann gerammt, war in die Böschung gestürzt und auf der Fahrerseite liegen geblieben. Der Löschzug rückte mit sechs Fahrzeugen aus. Vor Ort übernahm Kai Schwindenhammer die Einsatzleitung. Zwei Verletzte mussten versorgt werden. Eine Übungspuppe wurde sogar reanimiert. Eine weitere befreiten die Rettungskräfte mit hydraulischen Geräten aus ihrem Auto. Zusätzlich entfachte noch ein Feuer am Traktor, das schnell gelöscht werden konnte. „Alle Hände voll zu tun. Fast wie in Realität“, schmunzelte Wehrführer Dirk Schwindenhammer nach getaner Arbeit. Mit dem Ablauf zeigte er sich zufrieden. „Verbesserungspotenzial, aber überwiegend Kleinigkeiten, die oft auch der Übungskünstlichkeit geschuldet sind, gibt es aber auch hin und wieder“, so Schwindenhammer kritisch.

Gleich nach der Mittagspause, die ebenfalls unter Beachtung der „Corona-Regeln“ in der Fahrzeughalle der Feuerwehr stattfand, ertönten erneut die Alarmglocken. Diesmal hatte die Brandmeldeanlage der St. Josefs Werkstätten ausgelöst. Vor Ort wurde jedoch, wie vom Übungsteam geplant, ein Fehlalarm festgestellt, so dass ausreichend Zeit blieb, die Anlage zu erkunden. Dirk Gorges, Brandschutzbeauftragter der Werkstätten, erläuterte zudem die Besonderheiten der Einrichtung.

Brand in Schreinerei Graf

Ein Feuer in der Schreinerei von Norbert Graf bildete den Abschluss der zehnstündigen Abschlussübung.

Gegen 16 Uhr wurde der Löschzug Plaidt dann noch einmal alarmiert. Diesmal brannte es in der neuen Schreinerei von Norbert Graf im Industriegebiet Plaidt-Süd. Ein Mitarbeiter hatte sich schwer verletzt nach draußen gerettet. Eine lange Metallstange hatte jedoch seinen Arm durchbohrt. Um ihn zu versorgen und transportfähig zu machen, durchtrennten die Einsatzkräfte die Stange mit dem Trennjäger. Währenddessen suchten weitere Feuerwehrleute nach der zweiten Person in der dicht verrauchten Werkstatt. Atemschutzgeräte und ein Überdrucklüfter kamen zum Einsatz. Auch der zweite Mitarbeiter wurde gefunden und erstversorgt. Im Hintergrund verlegte die Mannschaft des Mehrzweckfahrzeugs eine etwa 500 Meter lange Schlauchleitung. Im Einsatzleitwagen liefen die Funksprüche zusammen. Diesmal leitete Wehrführer Dirk Schwindenhammer selbst den Übungseinsatz. Knapp 30 Feuerwehrfrauen und -männer waren mit sechs Fahrzeugen beteiligt. „Ich bin sehr froh, dass die Mannschaft trotz der Widrigkeiten mitzieht. Das ist nicht selbstverständlich“, betonte Dirk Schwindenhammer.

Übungsdienst stark eingeschränkt

Seit 2. November hat die Feuerwehr ihren Übungsdienst stark eingeschränkt. Es wird sich zu Ausbildungs- und Wartungszwecken nur noch in kleineren Gruppen getroffen, um das Infektionsrisiko zu minimieren und zu verhindern, dass im Falle eines Infektionsverdachts gleich die gesamte Mannschaft von Quarantäne betroffen wäre. „Im Einsatzfall ist die Feuerwehr trotzdem für die Bürgerinnen und Bürger da. Wir schützen uns dann mit Alltagsmasken, halten möglichst Abstand. Die Einsatzfahrzeuge werden nicht mehr voll besetzt und alles muss dokumentiert werden. Je nach Patientenkontakt werden auch Schutzanzüge, Handschuhe, Schutzbrillen und Atemschutzmasken getragen“, erklärte der Wehrführer.

Zum Video der Abschlussübung: