Digitale Versammlung der Feuerwehr Plaidt mit Jahresrückblick und –ausblick

Das Foto zeigt einen Laptop

Eigentlich hätte zu Jahresbeginn die Hauptversammlung der Wehr im Gerätehaus stattgefunden, in der regelmäßig Bilanz gezogen und ins neue Jahr vorausgeblickt wird. Doch auch die Versammlung fiel dem Virus zum Opfer und wurde daher rein digital durchgeführt.

PLAIDT. Die Corona-Pandemie sorgt auch bei der Feuerwehr für erhebliche Schwierigkeiten. So war der Übungs- und Ausbildungsbetrieb im vergangenen Jahr zeitweise ausgesetzt, in weiten Teilen und bis heute eingeschränkt und wie überall an Hygieneauflagen geknüpft. „Das haben wir bislang sehr gut gemeistert“, erklärte Wehrführer Dirk Schwindenhammer nun im Rahmen einer digitalen Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr Plaidt und lobte das Engagement aller Feuerwehrleute.

Mit mehr als 2.000 Ausbildungsstunden übertrafen die 52 Feuerwehrfrauen und –männer des Löschzuges sogar die Zahlen des Vorjahres. 42 Ausbildungseinheiten in Theorie und Praxis wurden durchgeführt. Als besondere Termine stellte der Wehrführer die Abschlussübung Ende Oktober, sowie die Schauübung am Vital- und Gesundheitszentrum in der Bahnhofstraße heraus, die im Sommer an Stelle des abgesagten Feuerwehrfestes stattfand. „Auch hier wurden die Hygiene- und Abstandsregeln von Seiten der Feuerwehr eingehalten“, betonte der Wehrführer.

Die meisten Ausbildungsstunden verbuchte erneut Florian Dietzler (98,5 Std.) auf seinem Konto, gefolgt von Jonas Baumgarten (96 Std.) und Lukas Buthe (91 Std.). Ein Dankeschön gab es zunächst nur virtuell. Denn eigentlich hätte zu Jahresbeginn die Hauptversammlung der Wehr im Gerätehaus stattgefunden, in der regelmäßig Bilanz gezogen und ins neue Jahr vorausgeblickt wird. Doch auch die Versammlung, zu der sonst die Feuerwehr und weitere Gäste zusammenkommen, fiel dem Virus zum Opfer und wurde daher rein digital durchgeführt. „Wenn es wieder verantwortungsbewusst möglich ist, werden wir sicherlich eine Versammlung nachholen“, sagte Schwindenhammer.

Foto zeigt die Feuerwehr vor dem verrauchten Gebäude.

Zu den schwerwiegendsten Einsätzen der Feuerwehr Plaidt im Jahr 2020 zählte der Brand eines Wohnhauses in der Dr. Kurt-Schumacher-Straße.

In seinem Jahresrückblick ging er auch auf die Einsätze im abgelaufenen Jahr ein. Zu 114 Einsätzen rückte die Feuerwehr Plaidt in 2020 aus. Es gab 52 Brand- und 62 Hilfeleistungseinsätze. Insgesamt kamen so 1.161 Einsatzstunden zusammen – 15 Einsätze weniger, aber etwa 125 Stunden mehr als in 2019. Schwindenhammer betonte, dass sich von 16 Verkehrsunfällen, zu denen die Einheit Plaidt alarmiert wurde, zehn Unfälle mit Fahrzeugen in Plaidt ereigneten. Auch die schwerwiegendsten Brände im Jahr 2020 gab es in Plaidt. So brannte im März eine Lagerhalle, bei der das Übergreifen auf weitere Hallenteile verhindert wurde. Im Mai hatte eine Familie Glück im Unglück beim Brand eines Wohnhauses. Sie konnte sich vor den Flammen retten. Trotz des schnellen Einsatzes der Feuerwehr entstand erheblicher Schaden am Gebäude. Zu den Einsätzen zählten auch 13 „dringende Türöffnungen“ in der Pellenz, sechs Alarme durch ausgelöste Brandmeldeanlagen, sowie fünf Einsätze wegen Gasgeruch. Auf der A61 waren sieben Einsätze zu verzeichnen. 28-mal wurde die Tagesbereitschaft alarmiert, die sich aus Mitarbeitern der Maschinebau Durwen GmbH und der Verbandsgemeinde Pellenz zusammensetzt.

Die Verbandsgemeinde investierte auch 2020 in die Feuerwehr. So wurde die zusätzliche Fahrzeughalle fertiggestellt. „Hier stehen noch Restarbeiten und Mängelbeseitigungen aus, aber wir können die Halle bereits für unsere Fahrzeuge und Gerätschaften nutzen“, so Schwindenhammer. Der Förderverein der Feuerwehr habe mitgeteilt, dass er sich in 2021 der Gestaltung des Außengeländes annehmen werde.

Außerdem lobte der Wehrführer seine Mannschaft für den Eigenbau eines Gefahrstofflagers, mit dem für die Verbandsgemeinde mehr als 1.000 Euro eingespart wurden. Ein großes Dankeschön ging auch an die Gerätewarte, die sich ständig um die Fahrzeuge, Gerätschaften, Einsatzkleidung und auch das Feuerwehrhaus kümmern. Diese unzähligen ehrenamtlichen Stunden, auch die der Führungskräfte und der Betreuer der Jugendfeuerwehr seien nicht hoch genug wertzuschätzen.

Zur Personalentwicklung konnte der Wehrführer berichten, dass ein Personalabgang, aber auch drei Neuzugänge im Laufe des Jahres zu verzeichnen waren und der Löschzug so aktuell 49 Männer und drei Frauen zählt. Die Hoffnung auf weiteren Zuwachs setzte Schwindenhammer in die Jugendfeuerwehr, in der aktuell 22 Kinder und Jugendliche ausgebildet werden. Gerade für die Jugendwehr sei die Situation aufgrund der Pandemie sehr schwierig. Es müsse gelingen, die Jugendlichen bei der Stange zu halten, obwohl man sich nun schon wieder seit Monaten nicht mehr treffen könne. Er lobte daher die Arbeit der Jugendwarte für ihr Engagement, digitale Ausbildungen und sogar eine Weihnachtsfeier am Bildschirm durchzuführen. Auch der Besuch des Nikolaus sei bei den Jugendlichen sehr gut angekommen.

Die Planungen für 2021 wurden vorgestellt. Alle Termine stehen natürlich unter Vorbehalt. Derzeit übt die Wehr in Kleingruppen oder rein digital. Ob das beliebte Feuerwehrfest am 10./11. Juli 2021 stattfinden kann, sei mehr als fraglich.

Zum Video „Jahresrückblick 2020“: